Ausgesprochen- unausgesprochen 

Es sind die kleinen Dinge, Gesten und Momente, die einem anderen Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Es müssen hierfür nicht immer viele Worte fallen. Oft reicht ein Schritt in die Richtung des Anderen, ihn zu verstehen und mental auf ihn zuzugehen. Mentales Wandern öffnet Welten.

Menschen haben Vorbehalte.

Diese Einschränkung der eigenen Persönlichkeit existiert seit jeher und wird geprägt durch Erfahrungen und dem gesellschaftlichen Umfeld, dem wir uns aussetzen und angenommen werden wollen. 

Die Ausprägungen der Vorbehalte sind sehr unterschiedlicher Natur.

Im rein zwischenmenschlichen Bereich ist die Kategorisierung von Menschen nach Kleidung, Sprache, Gestik, Bildung und Wohlstand und die danach zu be/ verurteilen üblich. 

Nicht immer schön, aber es hilft uns die Person gegenüber einzuschätzen. Unsere Position gegenüber anderen klarer zu sehen und letztlich unseren Platz im Gesamtgefüge zu verstehen und bestätigt zu wissen. 

Menschen brauchen dieses Feedback ihrer Umwelt. Oft in „direct response“ in Form eines gesagten Kompliments.

Viel nachhaltiger jedoch ist aber das Verhalten um eine Person herum. Integrität, Loyalität und Zuverlässigkeit sind die viel genannten und allseits bekannten Schlüsselfaktoren einer langjährigen Beziehung – sei es zwischen Partnern, Freunden oder Geschäftspartnern. 

Sie schaffen Vertrauen. 

Ich vergleiche das gerne mit dem Bau eines Hauses. Stein für Stein, bis nachher ein prächtiges Heim entsteht. Es braucht Zeit, Geduld & viel kontinuierliche Arbeit. Aber es ist nachher einfach wunderbar.

Künstliche Intelligenz – Fehler machen ist menschlich

Eine Straße, ein See, ein Baum, bewölkter Himmel. Man wird irgendwo auf der Welt ausgesetzt und muss sich erst mal orientieren. So lässt sich dieses ungewisse Gefühl beschreiben, das Gamer von Geoguessr überkommt. In diesem Browser-Spiel landet man an einem zufälligen Ort in der Welt von Googles Straßenpanoramen. Das auserkorene Ziel ist es, möglichst genau zu erkennen, wo man sich befindet.

Man schaut dann auf den Sonnenstand, die Sprache von Straßenschildern oder versucht zu erkennen, auf welcher Straßenseite die Autos fahren. Menschen machen das intuitiv. Ihnen helfen die Erinnerungen an Reisen, Bücher, Fremdsprachenkenntnisse und ein bisschen Lebenserfahrung. Computer tun sich damit hingegen wesentlich schwerer. Zumindest bis jetzt. Denn der Informatiker aus der Talentschmiede Google, Tobias Weyand entwickelte mit zwei Kollegen ein Programm, das anhand eines einzelnen Fotos ziemlich genau erkennt, wo dieses aufgenommen wurde.

Das Forscherteam nennt ihr System PlaNet. Bei ihrer Arbeit haben sie zunächst das Internet nach Fotos durchforstet. Wichtigste Voraussetzung: Die Bilddateien mussten sogenannte Exif-Daten enthalten, die den Ort der Aufnahme verraten. Der Informatiker und seine Kollegen bekamen insgesamt 126 Millionen solcher Fotos zusammen.

Architektur1

Zeig mir dein Foto und ich sag dir wo du bist

Dann teilten sie unseren Globus in 26.000 Vierecke auf. Jedoch nicht gleichmäßig, sondern mit dem Fokus auf die am dichtesten besiedelten Region : Dort wo viele Fotos aufgenommen werden, wählten sie ein feines Raster, etwa in Städten. Dort, wo kaum fotografiert wird, etwa in den Wüsten Afrikas, nutzten sie eine grobe Aufteilung. Große Teile der Ozeane oder die Antarktis sparten sie komplett aus.

Jetzt brachten sie einem künstlichen neuronalen Netz bei, die Fotos den einzelnen Vierecken auf der Welt zuzuordnen. Als neuronale Netze bezeichnet man in der Informatik Systeme, die nach dem Vorbild eines menschlichen Gehirns lernen. Ihr Netz fütterten die Forscher mit einem Großteil der Bilder, deren Aufnahmeort bekannt war. Das System lernte, die Bilder den einzelnen Vierecken auf der Weltkarte zuzuordnen.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Die Informatiker testeten ihr Programm mit über zwei Millionen zufälligen ausgewählten Fotos: Knapp 30 Prozent der Bilder konnte es dem richtigen Land zuordnen, bei knapp vier Prozent war es so genau, dass es die richtige Straße fand. Die spannendste Prüfung für PlaNet war aber das Duell mit dem Menschen. Die Forscher ließen es bei Geoguessr gegen zehn menschliche Gegner antreten. Bei diesem Test gewann die Maschine 28 von 50 Runden. „Wir glauben, dass PlaNet dem Menschen überlegen ist, weil es viel mehr Orte gesehen hat, als es die meisten Menschen jemals könnten“, schreiben Weyand und seine Kollegen. Außerdem habe das System subtile Hinweise gelernt, die einem Menschen kaum auffallen würden.

Ein sehr menschlicher Blick auf die Welt

In der Tat ist es erstaunlich, was das System alles erkennt. Die Forscher haben eine Reihe von Bildern beschrieben, die es korrekt zugeordnet hat. Darunter befinden sich Fotos der New Yorker Freiheitsstatue und der Oper von Sydney. Keine besonders schweren Aufgaben. Ebenfalls korrekt erkannt hat PlaNet eine der typischen roten Telefonzellen in London und eine Altbaufassade in Paris. Aber auch Pferde und verlassene Landschaften in Island und sogar eine Graslandschaft in den schottischen Highlands konnte die Software richtig lokalisieren. „Das Modell lernt, typische Landschaften, Objekte, Architekturstile und sogar Flora und Fauna zuzuordnen“, fassen die Forscher zusammen.

Spannend ist aber auch, woran es scheitert. Da ist zum Beispiel das Bild eines 1948-er Chevrolet Fleetmaster. Der amerikanische Oldtimer wurde in den USA fotografiert. PlaNet berechnete jedoch fälschlicherweise, dass das Foto auf Kuba aufgenommen worden sei. Und tatsächlich denkt man auch als Mensch bei ersten Blick auf das Bild an die typisch kubanischen Straßenszenen mit alten amerikanischen Autos und Salsa tanzenden Mengen in der Dämmerung.

Fehlinterpretationen passierten bei PlaNet dann, wenn bestimmte Objekte typisch für Orte sind, an denen sie nicht fotografiert worden seien, schreiben die Forscher. Der Fehler zeigt aber noch etwas anderes: PlaNet lernte mit Fotos, die Menschen aufgenommen haben. Menschen fotografieren gern Klischees, wie die Oldtimer auf Kuba. Sie bestätigen somit ihr eigenes Bild von der Region. Darum hat das System wohl keinen neutralen, sondern sehr menschlichen Blick auf die Welt. Und macht so ganz menschliche Fehler.

Neuronale Netzwerke: Historischer Rückblick

neuronale Netze

Neuronen/ Tabelle

Neuronales Netz: Knoten und gewichtete Verbindungen

Die Idee, dass man die Morphologie des menschlichen Nervensystems nachbilden könnte, um Maschinen so etwas wie denken, interpretieren, lernen oder Wahrnehmung beizubringen, stammt schon aus den Vierzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Lange Zeit aber blieben die sogenannten neuronalen Netzwerkmodelle eher rudimentär, ein Gebiet für Spezialisten mit besonderer Liebe zur Abstraktion, so dass man es als Randtechnologie vernachlässigte und keine allzu großen Beachtung beimessen wollte. Dann, in der ersten Hälfte der Achtzigerjahre, änderte sich das vor allem dank einer einzigen Studie. Die Psychologen David Rumelhart und James McClelland zeigten, dass so ein extrem rudimentäres Pseudogehirn lernen kann, die Vergangenheitsformen englischer Verben korrekt zu bilden – und im Laufe des Lernprozesses vorübergehend die gleichen Fehler macht wie ein menschliches Kind beim gleichen Vorgang. Statt „went“ warf das Netz als Antwort vorübergehend „goed“ aus – es wendete also die Regel korrekt an, aber eben bei einem unregelmäßigen Verb. Diese Studie ließ die Forscher aufhorchen. Das Netzwerk lernte also Regeln und anschließend darauf aufbauend auch die Ausnahmen von diesen Regeln – ohne dass eine einzige Regel hierfür jemals explizit formuliert worden wäre. Die Studie löste in den Kognitionswissenschaften einen kleinen Trend aus, plötzlich wurden neuronale Netzwerkmodelle auf alle möglichen Fragestellungen angewandt und der Begriff „Konnektionismus“ für die neue Wissenschaft kam auf. Dann kam das Internet, die digitale Revolution nahm ihren unaufhaltsamen Lauf, und plötzlich gab es derartige Rechenleistung und entsprechende Computer en masse. Heute sind neuronale Netzwerke nicht mehr nur Modelle für Psychologen – sie sind zu mächtigen Werkzeugen in den Händen jener geworden, die Computern das Sehen, Denken, Deuten beibringen können und den Anspruch haben dies so präzise wie nur irgend möglich zu tun. Das dem zugrunde liegende Prinzip, nach dem solche neuronalen Netzwerke funktionieren, ist immer das Gleiche. Sie bestehen aus zwei oder mehr Schichten von Knoten, simulierten Nervenzellen. Verbunden werden diese Schichten mit vielen Verknüpfungen. In der Regel ist jeder Knoten der einen Schicht mit allen Knoten der nächsten verbunden. Die Input-Knoten stehen für elementare Merkmale, sie könnten beispielsweise die Pixel eines vorgegebenen Bildes repräsentieren. Demnach: Wird ein Input-Knoten aktiviert, reichte er diese Signale über seine Verbindungen an die Knoten der nächsten Schicht weiter. Die Verbindungen wurden gewichtet – man kann sie sich als unterschiedlich dick vorstellen. Je dicker die Verbindung, desto stärker die Aktivierung, die am nächsten Knoten ankommt. Seine Lehren zieht so ein Netzwerk gewissermaßen rückwärts: Wenn die Output-Schicht nicht das gewünschte Ergebnis produziert, werden die Gewichtungen der Verbindungen mithilfe eines mathematischen Mechanismus Schicht für Schicht so angepasst, dass das Ergebnis beim nächsten Mal besser zum tatsächlichen Input passt. Mit vielen einzelnen Korrekturdurchgängen können die Netze also lernen, die vorher ausgegeben Inputs korrekt mit Outputs zu verknüpfen.

 

 

The effect of AI on employment

Innovative Automation is appearing everywhere. We´re surrounded by it. Ready or not, innovations like robotics, computerized algorithms, artificial intelligence, augmented reality, medical sensors and machine-to-machine communications, 3-D printing and autonomous vehicles will increasingly transform the global economy, even displacing some of our human workforce. How do we react to this?

Emerging technologies, like artificial intelligence and machine learning are advancing at a rapid pace, the film industry jumps at the Chance and the idea of robotic intelligence with movies like ex machina,  but there has been little attention to their impact on employment. But what happens, if robots end up taking jobs from humans and how will this affect the job market ?

job search picture

While emerging technologies can improve the speed, quality, and cost of available goods and services, they may also displace large numbers of workers, if we aren´t prepared.  This possibility challenges for example the traditional benefits model of tying health care and retirement savings to jobs.  In an economy, that employs dramatically fewer workers, we need to think about how to deliver these benefits to displaced workers or how we can encourage them to face new challenges in new Job environment.

The impacts of automation technologies are already being felt throughout the economy. The worldwide number of industrial robots, not only in the medical sector, has increased rapidly over the past few years. This is a consequent and necessary step into the right direction, because we can´t afford to stagnate. The falling prices of robots though, which can operate all day without interruption and only need routine  maintaince,  make them cost-competitive with human workers and in long term they will definitely outdo them.

In the service sector, computer algorithms can execute stock trades in a fraction of a second, much faster than any human being could ever deliver these results. As these technologies become even smarter, cheaper, more capable and more widespread, they will find even more usage in the economy.

The most recent trend towards increased automation stems partly resulted from the Great Recession, which forced many businesses to operate with fewer workers. After growth resumed, many businesses continued automating their operations, which is an investment in first place, but cheaper long term, rather than hiring additional workers. This echoes a trend among technology companies, that receive massive valuations with relatively few workers.  For example, in 2014 Google was valued at $370 billion with only 55,000 employees, Netflix with 3700 employees is worth $39 billion, a fracture the size of AT&T’s workforce in the 1960s.

Experts disagree on the size of the impact that automation technologies will have on the workforce.  While some warn of staggering unemployment, a second group argues, that computers will have little effect on employment in the future.  Any policy measures that address the future of employment must account for the uncertainty of outcomes on employment.

Others, from an IT point of view, point out, that technology may create new job categories, that will employ former displaced workers from their previous jobs. That being said employees would have free resources to focus on new projects, rather than constantly remaining on the same spot while not using their most valuable asset, their ideas and creativity. Automation gives people spare time to restructure their workforce. So what we need to do is, to prepare ourselves accordingly and embrace change and all the new opportunities given.

We need innovation, we need creativity, we need to take this new approach and see it as it is, a chance, we should take.

 

Reiselust – oder wie man den Horizont erweitert

Ich bin viel unterwegs das Jahr über hinweg. Allein letztes Jahr habe ich mit dem deutschen Vogel der Lüfte 35 Flugsegmente zusammen bekommen. Ich liebe das Reisen. Nicht nur das Ankommen, sondern auch den Weg dorthin. Im Flieger kann man abschalten. Man ist gezwungen sich der Welt zu entkoppeln. Es sei denn natürlich man nutzt die utopisch teuren Angebote der Gesellschaften und bucht sich Wifi im Flieger. Ich kann mir allerdings persönlich nur schwer vorstellen, dass Menschen so wichtig und unerlässlich sind, dass sie es nicht schaffen mal acht Stunden am Stück offline zu gehen. Jemand, der sich selbst so wichtig nimmt, ist für mich ein armer Mensch. Aber das steht ja erstmal auf einem ganz anderen Blatt. A propos Blatt.. Wie wär es denn mal mit einem guten Buch als Alternative zum Laptop, Smartphone, Tablet, Ebook Reader oder on- Board Tv?

Ich habe immer wieder gehört, dass Menschen, die so dauerhaft viel unterwegs sind  ruhelos oder rastlos sind und sich nicht festlegen können und dann gab es schon solche, die Bindungsschwierigkeiten  in die Reiselust mit herein interpretiert haben und sonstige chronische psychische Störungen oder Mangelerscheinungen.

Danke, dafür soweit mal…

Wie arrogant und selbstgefällig aber kann jemand sein, der sich und seine Lebensweise für das Zentrum des Seins hält? Reicht es nicht schon, dass wir Menschen uns generell  für eine so weit entwickelte und überlegene Spezies halten, dass wir uns im Kollektiv als intelligenteste Lebensform über allen anderen bezeichnen?

Wenn wir schon so weit sind, dann  können wir uns doch wenigstens die Unterschiede zwischen den Kulturen eingestehen und einsehen, dass wir nicht über allem erhaben sind. Das wir voneinander und miteinander lernen können und sollen. Ich habe nirgends so viel gelernt und erlebt als auf Reisen. Ich bin mit Vorurteilen in ein Land gereist und musste danach mehrmals mein Weltbild gerade rücken und ich habe mich für meine Voreingenommenheit geschämt. Und jedes Mal aufs Neue gelernt wie wenig ich eigentlich weiß und blicke nun demütig und neugierig in die Welt. Derjenige, der glaubt alles über ein Land, eine Kultur und deren Gepflogenheiten zu wissen, ist für mich ein sehr törichter Mensch.

Ich würde mir eine offenere Gesellschaft wünschen, die das Reisen nicht als innere Unruhe sieht, sondern als das was es ist. Über seine eigenen Grenzen und die Grenzen des Landes hinaus sehen und dazu lernen wollen.

Und wer dann auch noch zuhört, anstatt dem eignen Wort Gehör verschaffen zu wollen, entdeckt vielleicht sogar Dinge, die er noch nicht für möglich gehalten hatte….

“ The words “ listen“ and “ silent“ are composed of the same letters. In order to truly listen,one must first know how to be truly silent.“

A bientot!

Alles Liebe,

G

 

 

 

Freiheit | Generation Y

ein unlängst viel diskutiertes Thema und missbrauchter Begriff für die unterschiedlichsten Intentionen.

Jeder Mensch kann und muss frei sein, solange er die Freiheit des anderen dadurch nicht einschränkt.

Freiheit beginnt im Geist, darin den Mut zu fassen eigene Gedankengänge zu entwickeln und Ideen und Wünschen zu folgen. Freiheit ist nicht nur ein philosophischer Begriff in einem luftleeren Raum. Freiheit beginnt im Kleinen und dehnt sich aus bis zu globaler Größe und wenn man so will auch noch weiter.

Wer bestimmt was frei sein bedeutet und wer legt die Regeln fest für Unfreiheit ? Wo enden meine Freiheiten und wo fangen die eines anderen an? Lebt ein Mensch, der jeden Tag zu einer festen Zeit zur Arbeit geht und abends wieder nach Hause kommt frei, weil es seine freie Entscheidung war dies zu tun oder sieht er sich als unfreien Sklaven der Gesellschaft durch ein monetär getriebenes kapitalistisches System mit festen Vorgaben und Restriktionen? Wie ist das mit einem Menschen, der auf Reisen ist und die unterschiedlichen Länder und Sitten kennen lernt und sich derer anpassen muss. Ist er frei? Oder ist er gebunden an die Regime, die er bei seinen Reisen durchquert und den Gesetzen denen er begegnet? Hat er eventuell einen größeren Überblick über die verschiedenen von den Ländern gesetzten Regeln für Freiheit und ist deshalb freier als andere? Oder ist er doch unfrei, weil er sich nicht zuordnen kann?

Gerade momentan ist die Brisanz dieses Thema in der Gesellschaft deutlich zu spüren. Es liegt brodelnd in der Luft.

Jeder redet über sie, keiner weiß wirklich wie sie zu definieren ist und jeder hat Angst ihrer beraubt zu werden. Jeder versucht seine eigene Freiheit oder das was er dafür hält zu verteidigen und wenn es eben nötig ist, dann auch gerne zum Preis der Freiheit anderer.

Dürfen Religion und Politik bei der Frage um die Freiheit eine Rolle spielen oder ist allein diese Fragestellung seichter Liberalismus?

Sind wir heute freier als vor 30 oder gar 60 Jahren? Und wenn ja, warum ist das so? Hat sich eventuell einfach nur unser Empfinden für Freiheit geändert? Womöglich sind wir sensibilisiert worden. Nachdem Deutschland als Nation den Gedanken der Freiheit in den Köpfen der Menschen erst wieder neu verankern musste, entstand eine neue Form der Wahrnehmung im Hinblick auf das Gedankengut. Man ermöglichte es den Generationen zunächst aus ihren starren Schemata  herauszubrechen und individuelle Sichtweisen zu äußern ohne dafür öffentlich gescholten zu werden. Nein, man ermutigte junge Menschen mit ihren Ansichten auf die Straßen zu treten und dafür einzustehen. Es war eine Frage der Werte.

Man gab den Menschen das, was man für Freiheit hielt und vertraute darauf, dass sie damit umgehen können.

So und nun? Was ist das Resultat? Es entstand ein neuer Begriff.  Die Generation Y.

„Man kann sehr erfolgreich ein Studium abschließen, ohne auch nur ein einziges Mal das Glück der Erkenntnis verspürt zu haben.“

Dieser Satz stammt von einer Dozentin für Politikwissenschaften an der Universität Bonn. Er wirft Fragen auf, die eine auf Innovationskraft und Tatendrang angewiesene Wissensgesellschaft in die Knie zwingen können. Wird sie nachgeben?

Was ist los an unseren Universitäten? Sind die Lehrer dort so schlecht, dass die jungen Leute unbeleckt von jeder Ahnung bleiben und auch nicht das Bedürfnis danach verspüren? Ist uns Deutschen der Erkenntnisgewinn an den Unis inzwischen egal?

Geht es sowieso nur noch um Notenschnitte und nicht mehr um die reine Lehre, weil das Land nur noch wirtschaftlich Verwertbares will um seine Effizienz nicht zu verlieren? Oder sind die Studenten intellektuell inzwischen so plattgemacht und abgestumpft von dem ewigen Starren auf ihre Smartphones und der permanenten Reizüberflutung , dass ihre Aufmerksamkeitsspanne nur noch maximal zehn Minuten beträgt?

Alle diese Vorwürfe stimmen ein bisschen – doch wer mit Uni-Professoren redet, hört vor allem viel über das zunehmend schlechter werdende „Studentenmaterial“. Wer mit Arbeitsdirektoren in der Wirtschaft redet, bekommt über den Nachwuchs im Betrieb Ähnliches zu hören: angepasst, konfliktunfähig, freizeitorientiert. Die langweiligste Generation aller Zeiten.

Seit jeher schimpfen Leute über die verlotterte Jugend. Doch damals hieß es: Sie sei respektlos, ohne Manieren und Anstand.

Heute hingegen sehnen wir uns nach einer widerspenstigeren Jugend – einer, die Gegebenes nicht einfach nur so hinnimmt, sondern hinterfragt. Sich und andere reflektiert. Einer, die auf der Suche ist nach der eigenen Stimme, den eigenen Wegen, besseren Lösungen. Und einer Jugend, die sich dabei nicht scheut, zu diskutieren und Kontroversen anzustoßen. Die Freiheit, die man ihnen gab auch zu nutzen.

Stattdessen treffen wir auf wirklich nette junge Leute, die eigentlich immer nur zusammenfassen, was der Mensch vor ihnen gerade gesagt hat. Das Ergebnis ist höfliches Zirkelreden, ein wenig beweihräuchern, statt passionierte Debatten.

Mir kommen viele der jungen Absolventen uralt vor. Sie erinnern mich an die im Dienst ergrauten Alten, die auf ihrem mühsamen Weg des Aufstiegs immer angepasster geworden sind.

Höflich und angepasst – doch wir leben in Zeiten aggressiver Konkurrenz und stetem Wandel 

Das wäre auch weiter nicht schlimm, wenn wir immer noch die höfische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts hätten, in der Höflichkeit und Seniorität als hohe Güter, wenn nicht gar als das Optimum galten. Doch wir leben im 21. Jahrhundert, einem Zeitalter aggressiver Konkurrenz, weltweit agierender Konzerne und immer kürzer werdenden Innovationszyklen. Es wird immer mehr gefordert von jungen Leuten, die ins Berufsleben eintauchen wollen. Nicht selten hört man, dass die Kluft zwischen dem Anforderungspotential der Unternehmen und der jungen Talente immer weiter wächst. Heute machen die erfolgreichsten Konzerne der Welt mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit Ideen, die in den vergangenen 12 bis 18 Monaten entwickelt worden sind. Und Ideen entstehen selten aus dem respektvollen Zusammenfassen bereits bekannter Thesen.

Deutschland also braucht kaum etwas mehr als den Willen zur Veränderung und die Fähigkeit, disruptive Sprünge zu machen. Dazu brauchen wir intelligente, motivierte – und ja! – auch rebellische Jugendliche. Freidenker! Doch immer öfter kommt es mir so vor, als müssten wir den Jungen erst noch beibringen, wie man sich auflehnt, in Frage stellt, Kontroversen anzettelt. Verkehrte Welt.

Umfragen zeigen, dass unter den Topmanagern jeder vierte das Arbeitsethos für einen Karriere entscheidenden Faktor hält, aber nur neun Prozent der Studenten. Im Ergebnis sagen zwei Drittel der Befragten, die Generation Y sei schwer zu managen. Aber nicht, weil sie so aufmüpfig und kreativ wäre, sondern viel mehr, weil sie so egozentrisch sei. 50 Prozent der Führungskräfte sagen, die Jungen hätten völlig unrealistische Gehaltsvorstellungen und seien leider leicht abgelenkt. Im Klartext lautet das Votum: Pflichtbewusstsein unterentwickelt, Anspruchsdenken überentwickelt.

Also mein Fazit: Anspruchshaltung herunter fahren, die Freiheit des Denkens nutzen und wieder für Dinge einstehen.

 

 

 

Traditionelle Tugendenden im Zeitalter der modernen Kurzweiligkeit – Part 2

Respekt
Ehrlichkeit, Respekt, Verantwortung, Geduld –ziemlich altmodisch und die Jahre gekommen, könnte man meinen. Doch traditionelle Werte sind aktueller und wichtiger denn je.
Warum sie in unserem Leben eine so wichtige Rolle spielen? Jeder Mensch braucht Wegweiser, einen Leitfaden durchs Leben, einen Grund am Morgen aufzustehen. Aber wofür morgens noch aufstehen, wenn man für nichts mehr einstehen kann?
Respekt: Jedem Menschen auf Augenhöhe zu begegnen – darauf kommt es an
Wahrscheinlich habe ich die Sache mit dem Respekt nur nicht richtig verstanden. Wenn Kinder nicht im Bus aufstehen, weil eine ältere Dame Platz nehmen möchte: respektlos! Wenn Dieter Bohlen „DSDS“-Kandidaten fertigmacht: Respekt, endlich sagt’s mal einer ohne sich zu genieren! Mohammed-Karikaturen in westlichen Medien: respektlos. „ Je suis Charlie“ nach dem Anschlag 2011. Und wenn ein sogenannter Berliner Gangsterapper vom Ficken singt: Yo, respect, Alder!

Es gibt wohl kein Wort, das öfter missbraucht und weniger verstanden wird als Respekt. Und es gibt wohl kaum ein Konzept, das heftiger durch unsere Nachlässigkeit und Unwissenheit ins Wanken geraten ist in einer Gesellschaft, in der Autoritäten und Vorbilder – die guten alten„Respektspersonen“ – gleich reihenweise vom Sockel kippen, wie uns etliche gedopte Spitzensportler, Lehman-Brothers-Banker mit Millionen-Boni, Politiker mit Kinderporno-Sammlungen und Plagiatsaffären jeden Tag wieder aufs Neue beweisen.

Doch die Zeiten, als Respekt etwas mit kritikloser Unterwürfigkeit vor vermeintlich höhergestellten Persönlichkeiten zu tun hatte, als man sich Amtspersonen, Vorgesetzten, Eltern, Lehrern quasi nur auf Knien nähern durfte, sind ohnehin schon längst vorbei, denn „nichts ist kläglicher als Respekt, der auf Angst beruht“, wie Camus schrieb. Wenn es überhaupt noch den „vertikalen“ Respekt von unten nach oben gibt, dann muss er verdient sein. Eine Respektsperson muss nicht laut sein, um gehört zu werden. Muss keine Angst verbreiten, um geachtet zu werden. Aber Respekt kommt auch nicht von allein. Respekt muss man sich verdienen, in dem man jeden Tag aufs Neue an sich arbeitet.

Respekt ist ein Verhältnis auf Augenhöhe

Durch Leistung, Vertrauenswürdigkeit, faires Verhalten – und nicht zuletzt durch den Respekt, der auch in umgekehrter Richtung erwiesen wird. Denn Respekt, wie er heute verstanden wird, ist ein Verhältnis auf Augenhöhe, ein soziales Grundgesetz – die bedingungslose gegenseitige Achtung voreinander. Ein Geben und Nehmen im ganz ursprünglichen Sinne.

alte Waage

Bedingungslos, das heißt: Wir sind alle gleich wichtig, egal in welchem Verhältnis wir zueinander stehen, welche soziale oder gesellschaftliche Stellung wir einnehmen oder wie intelligent jemand ist. Denn auch ein überaus intelligenter Mensch wird es schaffen seine Belange und Weltansichten einem weniger intelligenten Menschen so zu kommunizieren, das auch dieser ihm folgen kann. Jeder Mensch wird als autonome Person mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen; niemand muss eine Voraussetzung erfüllen, um respektiert zu werden. Nach wie vor gilt der alte kategorische Imperativ: Andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden will. Doch Respekt ist nicht nur eine gesellschaftliche Verabredung auf Gegenseitigkeit, sondern eine Vorleistung und jeder sollte sich dessen bewusst sein.

Respekt sagt: Ich nehme dich ernst, ich traue dir etwas zu.
Ich schätze dich für das, was du bist, so wie du bist. Oder anders gesagt: Ich schätze dich genau weil du Du bist. Oder, um hier mal ganz pathetisch zu werden, mit Voltaire: „Du bist anderer Meinung als ich und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen.“ Wie alle Selbstverständlichkeiten ist Respekt eine unsichtbare, leise Tugend.

Es ist immer nur dann von ihm die Rede, wenn er verloren ist. Dann steht man da und blickt ins Leere. Wir brauchen lange, um Respekt zu erlangen vor anderen. Wochen, Monate, Jahre. Insbesondere bei innigen sozialen Verbindungen. Von Partnerschaften ganz zu schweigen. Unwahrheiten, Betrug oder nicht eingelöste Versprechungen lassen uns diesen hart erarbeiteten über einen langen Zeitraum angehäuften Respekt oft in Windeseile verlieren.
Weltbilder müssen neu geordnet werden und manch einer stellt sein eigenes Einschätzungsvermögen sogar in Frage.
Das gleiche Prinzip ist übrigens für die Freiheit vorgesehen, von der Freiheit immer nur gesprochen wird, wenn sie wieder einmal gefährdet ist. Echter, von Herzen kommender Respekt ist nicht vortäuschbar. Er ist auch nicht einklagbar, man erhält ihn immer nur auf freiwilliger Basis: Wer Respekt fordert, bekommt ihn selten. Deshalb ist er eine der schwankendsten und zugleich härtesten, aber wichtigsten Währungen, die wir haben.
Und dessen sollten wir uns bewusst sein.

Die traditionellen Tugenden im Zeitalter der modernen Kurzweiligkeit

Augenblicke

Hallo ihr Lieben,

ich habe nun schon lange keinen Beitrag mehr verfasst und dachte mir ich lass mal wieder etwas von mir lesen.

Die traditionellen Tugenden in Zeiten der modernen Kurzweiligkeit

Dieser Beitrag hat nichts mit neuen wissenschaftlichen Errungenschaften, dem Kapitalmarkt oder neuen Linkbuilding Strategien zu tun. Sondern mit reiner Reflektion und Selbstwahrnehmung in einer Zeit, die immer schnelllebiger und ungeduldiger wird.
Nachdem ich nun mehr und mehr miterlebe wie es momentan um unsere “alten Traditionen” steht und das Gefühl nicht loswerde, dass sie immer weiter aus unserem prall gefüllten Alltag verschwinden, wollte ich eine Lanze brechen für die Tradition und die alten Tugenden und warum ich es für äußerst wichtig erachte, dass wir sie nicht außer Acht lassen, sondern genau da wieder anknüpfen. Aus reiner Selbstliebe, aber auch Liebe unserer Mitmenschen gegenüber. Ich habe die einzelnen Tugenden, die ich beleuchten möchte thematisch eingeteilt und beginnen möchte ich mit der Geduld.
Geduld
Die einen haben sie inne, als seien sie die Ruhe selbst und die anderen könnten schon beim Gedanken an sie an die Decke gehen. Scheiden sich doch hier die Geister. Ich persönlich übe mich Tag täglich in ihr mehr oder weniger erfolgreich.
Aber was genau fordert diese Begrifflichkeit eigentlich von uns? Müßiggang? Gleichgültigkeit? Keineswegs. Schlicht die Fähigkeit zu Warten. Es geht hier um einen Lern – und Reifeprozess, den sich der Mensch über die Zeit hinweg aneignen muss. Da wir nur Prozesse verinnerlichen, die wir uns immer wieder in das Gedächtnis rufen durch stetiges Training, ist es daher unerlässlich die Geduld in verschiedensten Situationen immer wieder zu üben und sich dabei gezielt selbst zu reflektieren. Wie reagiere ich? Wann werde ich ungeduldig? Warum? Der Betriebswirtschaftler würde hier vielleicht auch einen Kosten – Nutzen Vergleich mit hinzufügen.
Da nicht jeder Mensch nun gleichermaßen reflektiert ist, ist es auch hier wichtig sein persönliches Maß zur inneren Balance zu finden.
In einer Zeit, in der man jede Information in Sekundenschnelle abrufen kann, Bestellungen binnen weniger Minuten online tätigen kann, Same – Day delivery Alltag in deutschen Haushalten ist und ich Nachrichten mittlerweile schon auf der Armbanduhr abrufen und versenden kann, ist es schwierig von einem selbst und seinen Mitmenschen zu verlangen sich auf Dinge zu besinnen und nun ja – zu warten. Wir sind es einfach gewöhnt stets alles zur Verfügung in schier unbegrenzter Ressource zu haben. Warum denn dann auch geduldig sein?

Geduld macht glücklich
Permanente unmittelbare Bedürfnisbefriedigung ist auf Dauer unbefriedigend. Hier liegt die Ironie der Sache. Die Disziplin, die an den Tag gelegt werden muss, um seine gesetzten Ziele zu erreichen, ist für viele Menschen, und da schließe ich mich nicht aus, eine große Hürde. Bedarf es doch einer verstärkten Selbstbeobachtung und Konditionierung. Die Erleichterung und der Stolz, den man jedoch bei Erreichung seiner Ziele empfindet, ist unübertroffen und macht uns glücklich. Man gibt sich schließlich dadurch selbst positives und selbst generiertes Feedback. Sozusagen „self-made Glück“ .
Friedrich Schiller: ” Die Zeit bringt Rat. Erwartet´s in Geduld. Man muss dem Augenblick auch was vertrauen.”
Daher mein Appell an alle, denen es nie schnell genug gehen kann. Einfach mal entspannt zurück lehnen und die Welt um sich herum entschleunigen.

gulianiswelt

Gulianis Welt ist eine Mischung aus Tagebuch, Reise – und Genießerblog. Ich möchte gerne über das Genießen schreiben oder allgemeine Dinge, die mich im Leben faszinieren und beschäftigen. Ich bin der Meinung, dass der Genuß in unserer Gesellschaft aufgrund immer steigenden Leistungsdruck und Erwartungshaltung ohnehin viel zu kurz kommen und von daher finde ich es umso schöner, wenn man in der Lage ist einmal einen Moment inne zu halten und wirklich genießen zu können.

Sei es der Abend mit dem Liebsten, mit guten Freunden oder das frisch duftende neue Lieblingsrezept. Es geht mir hier insbesondere um Anregungen und Ideen und darum die Welt ein kleines Stückchen glücklicher zu machen.

Es sind teils sehr private Einträge, aber vielleicht kann sich der ein oder andere Leser darin wieder finden.

Ich freue mich auf euer Feedback, den aktiven Austausch und jede Menge Anregungen.

 

Alles Liebe,

G