Freiheit | Generation Y

ein unlängst viel diskutiertes Thema und missbrauchter Begriff für die unterschiedlichsten Intentionen.

Jeder Mensch kann und muss frei sein, solange er die Freiheit des anderen dadurch nicht einschränkt.

Freiheit beginnt im Geist, darin den Mut zu fassen eigene Gedankengänge zu entwickeln und Ideen und Wünschen zu folgen. Freiheit ist nicht nur ein philosophischer Begriff in einem luftleeren Raum. Freiheit beginnt im Kleinen und dehnt sich aus bis zu globaler Größe und wenn man so will auch noch weiter.

Wer bestimmt was frei sein bedeutet und wer legt die Regeln fest für Unfreiheit ? Wo enden meine Freiheiten und wo fangen die eines anderen an? Lebt ein Mensch, der jeden Tag zu einer festen Zeit zur Arbeit geht und abends wieder nach Hause kommt frei, weil es seine freie Entscheidung war dies zu tun oder sieht er sich als unfreien Sklaven der Gesellschaft durch ein monetär getriebenes kapitalistisches System mit festen Vorgaben und Restriktionen? Wie ist das mit einem Menschen, der auf Reisen ist und die unterschiedlichen Länder und Sitten kennen lernt und sich derer anpassen muss. Ist er frei? Oder ist er gebunden an die Regime, die er bei seinen Reisen durchquert und den Gesetzen denen er begegnet? Hat er eventuell einen größeren Überblick über die verschiedenen von den Ländern gesetzten Regeln für Freiheit und ist deshalb freier als andere? Oder ist er doch unfrei, weil er sich nicht zuordnen kann?

Gerade momentan ist die Brisanz dieses Thema in der Gesellschaft deutlich zu spüren. Es liegt brodelnd in der Luft.

Jeder redet über sie, keiner weiß wirklich wie sie zu definieren ist und jeder hat Angst ihrer beraubt zu werden. Jeder versucht seine eigene Freiheit oder das was er dafür hält zu verteidigen und wenn es eben nötig ist, dann auch gerne zum Preis der Freiheit anderer.

Dürfen Religion und Politik bei der Frage um die Freiheit eine Rolle spielen oder ist allein diese Fragestellung seichter Liberalismus?

Sind wir heute freier als vor 30 oder gar 60 Jahren? Und wenn ja, warum ist das so? Hat sich eventuell einfach nur unser Empfinden für Freiheit geändert? Womöglich sind wir sensibilisiert worden. Nachdem Deutschland als Nation den Gedanken der Freiheit in den Köpfen der Menschen erst wieder neu verankern musste, entstand eine neue Form der Wahrnehmung im Hinblick auf das Gedankengut. Man ermöglichte es den Generationen zunächst aus ihren starren Schemata  herauszubrechen und individuelle Sichtweisen zu äußern ohne dafür öffentlich gescholten zu werden. Nein, man ermutigte junge Menschen mit ihren Ansichten auf die Straßen zu treten und dafür einzustehen. Es war eine Frage der Werte.

Man gab den Menschen das, was man für Freiheit hielt und vertraute darauf, dass sie damit umgehen können.

So und nun? Was ist das Resultat? Es entstand ein neuer Begriff.  Die Generation Y.

„Man kann sehr erfolgreich ein Studium abschließen, ohne auch nur ein einziges Mal das Glück der Erkenntnis verspürt zu haben.“

Dieser Satz stammt von einer Dozentin für Politikwissenschaften an der Universität Bonn. Er wirft Fragen auf, die eine auf Innovationskraft und Tatendrang angewiesene Wissensgesellschaft in die Knie zwingen können. Wird sie nachgeben?

Was ist los an unseren Universitäten? Sind die Lehrer dort so schlecht, dass die jungen Leute unbeleckt von jeder Ahnung bleiben und auch nicht das Bedürfnis danach verspüren? Ist uns Deutschen der Erkenntnisgewinn an den Unis inzwischen egal?

Geht es sowieso nur noch um Notenschnitte und nicht mehr um die reine Lehre, weil das Land nur noch wirtschaftlich Verwertbares will um seine Effizienz nicht zu verlieren? Oder sind die Studenten intellektuell inzwischen so plattgemacht und abgestumpft von dem ewigen Starren auf ihre Smartphones und der permanenten Reizüberflutung , dass ihre Aufmerksamkeitsspanne nur noch maximal zehn Minuten beträgt?

Alle diese Vorwürfe stimmen ein bisschen – doch wer mit Uni-Professoren redet, hört vor allem viel über das zunehmend schlechter werdende „Studentenmaterial“. Wer mit Arbeitsdirektoren in der Wirtschaft redet, bekommt über den Nachwuchs im Betrieb Ähnliches zu hören: angepasst, konfliktunfähig, freizeitorientiert. Die langweiligste Generation aller Zeiten.

Seit jeher schimpfen Leute über die verlotterte Jugend. Doch damals hieß es: Sie sei respektlos, ohne Manieren und Anstand.

Heute hingegen sehnen wir uns nach einer widerspenstigeren Jugend – einer, die Gegebenes nicht einfach nur so hinnimmt, sondern hinterfragt. Sich und andere reflektiert. Einer, die auf der Suche ist nach der eigenen Stimme, den eigenen Wegen, besseren Lösungen. Und einer Jugend, die sich dabei nicht scheut, zu diskutieren und Kontroversen anzustoßen. Die Freiheit, die man ihnen gab auch zu nutzen.

Stattdessen treffen wir auf wirklich nette junge Leute, die eigentlich immer nur zusammenfassen, was der Mensch vor ihnen gerade gesagt hat. Das Ergebnis ist höfliches Zirkelreden, ein wenig beweihräuchern, statt passionierte Debatten.

Mir kommen viele der jungen Absolventen uralt vor. Sie erinnern mich an die im Dienst ergrauten Alten, die auf ihrem mühsamen Weg des Aufstiegs immer angepasster geworden sind.

Höflich und angepasst – doch wir leben in Zeiten aggressiver Konkurrenz und stetem Wandel 

Das wäre auch weiter nicht schlimm, wenn wir immer noch die höfische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts hätten, in der Höflichkeit und Seniorität als hohe Güter, wenn nicht gar als das Optimum galten. Doch wir leben im 21. Jahrhundert, einem Zeitalter aggressiver Konkurrenz, weltweit agierender Konzerne und immer kürzer werdenden Innovationszyklen. Es wird immer mehr gefordert von jungen Leuten, die ins Berufsleben eintauchen wollen. Nicht selten hört man, dass die Kluft zwischen dem Anforderungspotential der Unternehmen und der jungen Talente immer weiter wächst. Heute machen die erfolgreichsten Konzerne der Welt mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit Ideen, die in den vergangenen 12 bis 18 Monaten entwickelt worden sind. Und Ideen entstehen selten aus dem respektvollen Zusammenfassen bereits bekannter Thesen.

Deutschland also braucht kaum etwas mehr als den Willen zur Veränderung und die Fähigkeit, disruptive Sprünge zu machen. Dazu brauchen wir intelligente, motivierte – und ja! – auch rebellische Jugendliche. Freidenker! Doch immer öfter kommt es mir so vor, als müssten wir den Jungen erst noch beibringen, wie man sich auflehnt, in Frage stellt, Kontroversen anzettelt. Verkehrte Welt.

Umfragen zeigen, dass unter den Topmanagern jeder vierte das Arbeitsethos für einen Karriere entscheidenden Faktor hält, aber nur neun Prozent der Studenten. Im Ergebnis sagen zwei Drittel der Befragten, die Generation Y sei schwer zu managen. Aber nicht, weil sie so aufmüpfig und kreativ wäre, sondern viel mehr, weil sie so egozentrisch sei. 50 Prozent der Führungskräfte sagen, die Jungen hätten völlig unrealistische Gehaltsvorstellungen und seien leider leicht abgelenkt. Im Klartext lautet das Votum: Pflichtbewusstsein unterentwickelt, Anspruchsdenken überentwickelt.

Also mein Fazit: Anspruchshaltung herunter fahren, die Freiheit des Denkens nutzen und wieder für Dinge einstehen.

 

 

 

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