Reiselust – oder wie man den Horizont erweitert

Ich bin viel unterwegs das Jahr über hinweg. Allein letztes Jahr habe ich mit dem deutschen Vogel der Lüfte 35 Flugsegmente zusammen bekommen. Ich liebe das Reisen. Nicht nur das Ankommen, sondern auch den Weg dorthin. Im Flieger kann man abschalten. Man ist gezwungen sich der Welt zu entkoppeln. Es sei denn natürlich man nutzt die utopisch teuren Angebote der Gesellschaften und bucht sich Wifi im Flieger. Ich kann mir allerdings persönlich nur schwer vorstellen, dass Menschen so wichtig und unerlässlich sind, dass sie es nicht schaffen mal acht Stunden am Stück offline zu gehen. Jemand, der sich selbst so wichtig nimmt, ist für mich ein armer Mensch. Aber das steht ja erstmal auf einem ganz anderen Blatt. A propos Blatt.. Wie wär es denn mal mit einem guten Buch als Alternative zum Laptop, Smartphone, Tablet, Ebook Reader oder on- Board Tv?

Ich habe immer wieder gehört, dass Menschen, die so dauerhaft viel unterwegs sind  ruhelos oder rastlos sind und sich nicht festlegen können und dann gab es schon solche, die Bindungsschwierigkeiten  in die Reiselust mit herein interpretiert haben und sonstige chronische psychische Störungen oder Mangelerscheinungen.

Danke, dafür soweit mal…

Wie arrogant und selbstgefällig aber kann jemand sein, der sich und seine Lebensweise für das Zentrum des Seins hält? Reicht es nicht schon, dass wir Menschen uns generell  für eine so weit entwickelte und überlegene Spezies halten, dass wir uns im Kollektiv als intelligenteste Lebensform über allen anderen bezeichnen?

Wenn wir schon so weit sind, dann  können wir uns doch wenigstens die Unterschiede zwischen den Kulturen eingestehen und einsehen, dass wir nicht über allem erhaben sind. Das wir voneinander und miteinander lernen können und sollen. Ich habe nirgends so viel gelernt und erlebt als auf Reisen. Ich bin mit Vorurteilen in ein Land gereist und musste danach mehrmals mein Weltbild gerade rücken und ich habe mich für meine Voreingenommenheit geschämt. Und jedes Mal aufs Neue gelernt wie wenig ich eigentlich weiß und blicke nun demütig und neugierig in die Welt. Derjenige, der glaubt alles über ein Land, eine Kultur und deren Gepflogenheiten zu wissen, ist für mich ein sehr törichter Mensch.

Ich würde mir eine offenere Gesellschaft wünschen, die das Reisen nicht als innere Unruhe sieht, sondern als das was es ist. Über seine eigenen Grenzen und die Grenzen des Landes hinaus sehen und dazu lernen wollen.

Und wer dann auch noch zuhört, anstatt dem eignen Wort Gehör verschaffen zu wollen, entdeckt vielleicht sogar Dinge, die er noch nicht für möglich gehalten hatte….

“ The words “ listen“ and “ silent“ are composed of the same letters. In order to truly listen,one must first know how to be truly silent.“

A bientot!

Alles Liebe,

G

 

 

 

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